Kolumbianisch essen und viele Vorbereitungen

Letzten Freitag war ich mit meinen Eltern im einzigen kolumbianischen Restaurant, das es in Berlin gibt: das „Tierra Colombiana“. Es ist ein ganz kleines, aber niedliches Lokal, in dem man auch regionale Produkte kaufen kann. Wir haben Kakao gekauft, welchen ich auch schon zuhause gekostet habe. Mit mäßiger Begeisterung 😀 Ich hatte schon beim Zubereiten Probleme, denn der Kakao war ein harter, großer Brocken und ich habe ein Stück davon mit dem Pürierstab in Milch kleingemacht, bis es annäherungsweise nach Kakao aussah. Das Ergebnis war eine extrem süße Plürre 😀 Ich hatte das Gefühl, je länger es stand, desto süßer wurde es. Naja… Vielleicht kann mir meine kolumbianische Gastfamilie noch Tipps geben, wenn ich dort bin.

Im Restaurant habe ich einen (ebenfalls harten) Maisfladen mit Käse gegessen, was ganz gut geschmeckt hat, aber sehr trocken war. Dafür habe ich zwei Säfte gekostet, die das gut ausgeglichen haben. Der erste Saft war aus der Lulofrucht (sehr lecker!) und der Zweite aus Guanabana.

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Ich bin schon so gespannt auf die Früchte dort 😀

Einige von euch fragen sich bestimmt, was ich so den ganzen Tag mache, wenn ich erst in einem Monat abfliege.

Meine 15 Mitfreiwilligen sind bereits seit dem 14. August in Kolumbien (Ronja ist am 1. September nachgekommen). Voraussetzung für den Freiwilligendienst mit dem Träger „weltwärts“ ist, dass man 18 Jahre alt ist, was ich leider noch nicht bin. Deshalb komme ich zwei Monate später in meine Einsatzstelle.

Ich muss zugeben, dass ich vermutlich gar nicht bereit gewesen wäre, ein Jahr im Ausland zu verbringen, wenn ich mit den anderen geflogen wäre. Erst eine Woche vor dem Vorbereitungsseminar stand überhaupt fest, dass ich nach Kolumbien gehen werde. Zu diesem bin ich übrigens auch erst nach zwei Tagen hinzugestoßen, weil ich noch meinen Abiball hatte. Ich bin also immer die (ungewollte) Zuspätkommerin.

Im Vorbereitungsseminar (dazu wird noch ein extra Beitrag kommen) wurden wir darauf hingewiesen, was wir noch erledigen müssen, bevor wir fliegen. Ein Tag nach dem Seminar bin ich allerdings für zweieinhalb Wochen in den Urlaub geflogen und habe nochmal eine tolle Zeit mit meiner Familie in Portugal verbracht, also konnte ich die wichtigen Sachen noch ein wenig vor mir herschieben.

Als ich Mitte August zurückgekommen bin, habe ich dann auch gleich angefangen, mich um mein Visum zu kümmern. Dafür muss man ein Onlineformular ausfüllen, welches auf Spanisch ist. Das hat den Prozess nicht gerade vereinfacht, aber mit der Hilfe meiner Mitfreiwilligen, die das schon hinter sich hatten, konnte ich es glücklicherweise ausfüllen. Einen Visatermin habe ich aber erst ungefähr zwei bis drei Wochen später bekommen. Vor allem beim Konsulat in Berlin muss man sich früh um einen Termin kümmern, da sie teilweise erst zwei Monate später etwas frei haben. Ich habe meinen Visatermin nun am 5. Oktober und hoffentlich wird alles gut gehen. Man muss zu dem Termin auch viele Unterlagen mitbringen, die ich mir noch alle zusammen suchen muss.

Ich bin auch gleich nach dem Urlaub zu meiner Hausärztin gegangen und habe mich wegen der Impfungen beraten lassen. Bei der Einreise nach Kolumbien sind keine Impfungen vorgeschrieben. Dennoch wird empfohlen sich gegen einige Krankheiten impfen zu lassen. Nach einigen Arztbesuchen und einem Termin im Tropeninstitut bin ich nun immun gegen Thyphus, Hepatites A und B, Gelbfieber, Cholera und Tollwut (in Tunja soll es viele bissige Straßenhunde geben). In dem Gebiet, wo ich lebe, treten die meisten genannten Krankheiten gar nicht auf, doch sicher ist sicher (gerade wenn ich auch in tropische Gebiete reisen möchte).

Des Weiteren versuche ich viel arbeiten zu gehen, damit ich Ersparnisse zum Reisen habe und jeden Tag nehme ich mir vor Spanisch zu lernen 😀 Das klappt allerdings nur mit mäßigem Erfolg.

Ganz wichtig ist auch noch meine Führerscheinprüfung! Wäre ich schon im August abgereist, hätte ich ein Jahr später von vorne anfangen müssen, weil ich noch nicht fertig war. Aber jetzt bin ich nur noch wenige Fahrstunden von der Prüfung entfernt und dann bestehe ich hoffentlich gleich beim Ersten Versuch.

In den letzten Wochen möchte ich auch noch Zeit mit meinen Freunden und mit meiner Familie verbringen und versuche viel mit ihnen zu unternehmen. An den Abschied mag ich noch gar nicht denken!

Ich habe mir auch vorgenommen, mein Zimmer auszumisten. Das ist sowieso mal notwendig, denn in all den Jahren hat sich so viel Zeug angesammelt, dass ich teilweise nicht mehr brauche. Das betrifft vor allem meinen Kleiderschrank! 😀 Neonfarbene Tops aus der Teenie-NewYorker-Zeit kann ich wirklich nicht mehr gebrauchen.

Zusammen mit meiner Mutter war ich auch schon einkaufen, denn Tunja ist eine Stadt, welche auf über 2800 Metern Höhe liegt. Das heißt es wird kalt. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei circa 13 Grad Celsius. Also wird das nichts mit kurzen Hosen und Tops! Ich habe schon ein paar dicke Pullover, wetterfeste „Wander“schuhe und eine überteuerte „Jack-Wolfskin“-Allwetterjacke gekauft.

Ich schreibe mir auch viele Listen. Das ist wichtig, weil ich sonst den Überblick total verlieren würde. Es gibt zum Beispiel eine Packliste, die täglich länger wird, eine „To-Do-Liste“ mit den ganzen wichtigen Sachen (Visatermin, Sparkassentermin, …) und eine „persönliche To-Do-Liste“, auf der beispielsweise noch ein Harry-Potter-Filmmarathon mit meinen Freunden draufsteht.

Ich denke besonders in den letzten Tagen wird mir noch so viel einfallen, was ich erledigen muss, deshalb ist meine Weisheit des Tages: Genieße den Moment, denn er kann schneller vorbei sein, als man denkt!

Hallo Welt!

Herzlich Willkommen auf meinem Blog! 🙂

Das ist mein 1. Eintrag und ich freue mich, wenn ihr meinen Blog lest und er euch gefällt.

Zuallererst wollte ich euch erzählen, wie es dazu gekommen ist, dass ich bald ein Jahr in Kolumbien verbringen werde.

Wenn ich jemandem von meinen Zukunftsplänen erzähle, ist die erste Reaktion fast immer: „Aha… warum denn Kolumbien?“. Anfangs hat mich das immer ein bisschen geärgert. Wenn ich gesagt hätte, dass ich einen Freiwilligendienst in Afrika machen würde und kleinen Kindern helfe, dann hätte man bestimmt anders reagiert. Aber ich weiß ja selbst, warum viele so überrascht, fast schon erschrocken klingen. In den Köpfen der meisten Menschen ist Kolumbien immer noch als eines der gefährlichsten Länder der Welt abgespeichert. Man hört Kolumbien und denkt sofort an „Drogen, Gewalt und Krieg“.

Ehrlich gesagt war das auch meine erste Assoziation… Nachdem wir im Spanischunterricht einen Film gesehen hatten, in dem Frauen Drogen schlucken und sie somit in andere Länder schmuggeln, fand ich das schon ein bisschen unheimlich und hatte mir gesagt, dass ich niemals nach Kolumbien reisen möchte.

Ein Jahr später kann ich es kaum erwarten, dort anzukommen. Komisch, wie schnell man seine Meinung ändert. Wenn man sich nämlich ein bisschen mit dem Land und seiner Kultur beschäftigt, merkt man schnell, dass sich in den letzten Jahren viel verändert hat und die kolumbianische Regierung alles versucht, um das schlechte Image zu verbessern.

Natürlich gibt es immer noch Orte in Kolumbien, in die man als Tourist lieber nicht reisen sollte, aber unheimliche Ecken gibt es auch in Berlin oder anderen deutschen Großstädten.

Ich muss zugeben, Kolumbien war nicht mein Erstwunsch, als ich mich bei Volunta beworben hatte. Erst im Bewerbungsgespräch wurde es mir vorgeschlagen und das Schulprojekt hat mich von Anfang an begeistert, aber ich hatte ziemlich große Angst ein Jahr dort zu verbringen. Meine Eltern waren auch alles andere als begeistert, aber nachdem wir viel über Kolumbien gelesen hatten, waren wir uns einig, dass es das Richtige für mich ist.

Vor allem das Vorbereitungsseminar in Wiesbaden, bei dem wir viel über unser Zielland erfahren haben, hatte mich überzeugt und nun bin ich schon so gespannt auf die Abenteuer, die mich dort erwarten. Ich freue mich auf die Kultur, die Menschen, die Arbeit mit den Kindern, die Landschaften und natürlich auch auf das Essen 🙂

(Die Namensidee habe ich übrigens von der lieben Lisa. Schaut auch mal bei ihrem Blog vorbei: http://liseru.blogspot.de/ !)

Also… meine Weisheit des Tages: Sag niemals nie!