Día del Niño in Kolumbien

– 17 Tage nach der Ankunft –

Hallo ihr Lieben!

Heute wollte ich euch vom día del niño , der letzten Freitag war, berichten.

Am Freitag versammelten sich fast alle Freiwilligen in der Schule von Johanna, weil dort der Kindertag groß gefeiert wurde. Damit die Kinder viel Spaß haben, gab es zwei Gruppen: eine Essens- und eine Spielgruppe. Spontan bin ich in die Essensgruppe gegangen und das war auf jeden Fall eine unvergessliche Aktion!

Unsere Mission war es am Donnerstag Brownies für ungefähr 150 Menschen zuzubereiten. Nachdem wir zusammen 14:30 im makro einkaufen waren (ungefähr so wie Metro in Deutschland), sind wir mit seeehr viel Zutaten in die Wohnung von Martin und Natalia gefahren.
Wir wollten das wunderbare Rezept von Angelika backen (danke nochmal für den Tipp :p), nach deren Anleitung Kaffee in den Teig muss. Erst später ist uns eingefallen, dass ja hauptsächlich Kinder die Brownies essen würden und das nicht ganz so schlau war.

Unser erstes Problem war keinen großen Topf zu haben. Ronja und Dominik sind dann zu Ronja los, da sie in der Nähe wohnt und haben große Töpfe von der Gastfamilie mitgebracht.
Da es wirklich sehr viel Teig sein sollte, haben wir das Rezept mal zehn gerechnet, das bedeutet: 40 Eier, 2kg Butter, 3kg Zucker, 500ml Kaffee, 2kg dunkle Schokolade und noch mehr.
Das hat schon zum nächsten Problem geführt. Nach ungefähr zwei Stunden war der Brownieteig fertig (!) und wir haben ihn gespannt gekostet. Das war der ekelhafteste Teig, den ich je probiert habe!! Durch die Schokolade (wir haben keine Zartbitterschokolade wie in Deutschland gefunden, sondern kolumbianische Trinkschokolade genommen, die ungesüßt ist) und den Kaffee hat das so ekelhaft bitter geschmeckt! Wir haben versucht den Teig durch mehr Zucker und Milch zu süßen, aber erst Alexis (eine andere Mitfreiwillige) konnte uns helfen, als sie einige Stunden später kam.

Unser drittes großes Problem war der Ofen. Hier gibt es keine Ober-Unterhitze und wir haben den Ofen so eingestellt, dass der Teig oben schwarz und unten flüssig war .

Erst als Martin und Natalia um 22:00 zurückkamen, haben wir erfahren, welche die richtige Backeinstellung gewesen wäre.

Kochtopf

Das ist übrigens der Kochtopf, der auf dem Bild aber gar nicht so groß aussieht.
Letztendlich saßen Martin und Natalia bis 3:00 nachts in der Küche und haben Brownies gebacken. Wir Freiwilligen sind dann um 0:00 nachhause gefahren.
Nebenbei haben wir auch Nudeln gekocht, weil es für alle 150 Menschen auch Nudelsalat geben sollte.

Am nächsten Tag waren wir dann in Johannas Schule, die eine sehr kleine primaria ist, also eine Grundschule.

Die Kinder hatten sich toll verkleidet und freuten sich, so viele große, blonde Menschen zu Besuch zu haben 😀

IMG_20151030_140313
Aussicht aus Johannas Schule

 

In der Küche haben wir währenddessen fleißig das Essen weitervorbereitet. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe die Sauce umzurühren.
Vor dem Essen gab es Spiele und verschiedene Aktivitäten. Beispielsweise hatten wir einen Parcours aufgebaut, Stuhltanz, Kinderschminken, Basteln und noch mehr.
Ich habe bei jeder Aktivität mal vorbeigeschaut und auch ein Kind geschminkt. Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht besonders gut malen kann 😀 Trotzdem habe ich mir alle Mühe gegeben und einen kleinen Jungen als Spiderman geschminkt.
Ich war sogar ziemlich zufrieden und überrascht, dass das so gut geklappt hat. Ich habe dann ein Foto von dem Jungen gemacht, um ihm das Endergebnis zu zeigen. Für das Foto hat er noch gelächelt, doch als er es gesehen hat, war das Lächeln verschwunden und er hätte fast angefangen zu weinen 😦 Ich fand das gar nicht so schlecht, was ich ihm gemalt habe.

Als das Essen ausgeteilt wurde, wurde es nochmal stressig, weil 150 Menschen versorgt werden mussten. Es gab den Nudelsalat und Eis mit Brownies.
Nach dem Essen verewigten wir uns alle auf einem Laken, auf dem vorher schon Kinder Handabdrücke raufgemacht haben. Wenn ich sage verewigt, dann meine ich das auch so! Die Farbe ist durch das Laken durch und hinterließ Flecken auf der weißen Schulwand. Ups!

Es war also ein sehr lustiger, erfolgreicher Tag. Die Kinder und wir Freiwilligen hatten viel Spaß, auch wenn wir danach ziemlich erschöpft waren.

Meine Weisheit des Tages: probiert niemals das Brownierezept von Angelika mit Kaffee!! 😀

2 Gedanken zu “Día del Niño in Kolumbien

  1. Marzahner Promenadentheater 5. November 2015 / 2:15

    Hallo Jule, Du hast das so plastisch beschrieben, dass man denkt, man wäre dabei gewesen! Ich habe noch den Geschmack des ekligen Teiges im Mund! Sehr gelacht habe ich auch über den kleinen Jungen, der offensichtlich nicht zufrieden war mit Deinen Malkünsten, der Arme. Auf jeden Fall musst Du unbedingt so weitermachen! Ich freue mich immer sehr über Neuigkeiten aus Kolumbien.

    Gefällt mir

    • julumbien 5. November 2015 / 15:34

      Danke! Ich freue mich immer über positives Feedback 🙂 Ich frage mich, wann ich wieder Brownies essen kann ohne daran zu denken 😀

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s