Cali, die Hauptstadt des Salsa

– 62 Tage nach der Ankunft –

Heute berichte ich euch von meinem ersten richtigen Urlaub in Kolumbien. Wie manche schon wissen, war ich für eine Woche in Cali mit Pauline, Patricia und Ronja.

Am 1. Dezember um 11:00 abends bin ich mit Patricia und Ronja vom Terminal in Tunja aus nach Bogotá gefahren und habe die kälteste Busfahrt meines Lebens erfahren!

Mitten in der Nacht sind wir in Bogotá angekommen und haben uns am Flughafen mit Pauline getroffen, die mit ihrer Gastfamilie schon einige Tage vorher in Bogotá war.
Um ca. 4:00 Uhr sind wir dann für eine knappe Stunde nach Cali geflogen und ich habe noch nie so tief geschlafen während eines Fluges 😀

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Nach einer kurzen Pause in unserem Hostel, sind wir dann ins centro gegangen. Mit unserem Hostel, welches Pauline ausgesucht hat, waren wir sehr zufrieden! Wir waren im barrio (Stadtviertel) San Antonio und das war ein sehr schönes Viertel. Es gab viele Restaurants, Bars und einen Park und es war ein sehr alternatives Viertel. Beispielsweise haben wir einmal, während wir auf der Terasse unseres Hostels saßen und tinto getrunken haben, eine Demo gegen Hundekacke erlebt 😀

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Zweimal waren wir in einem vegetarischen Restaurant und dort gab es einfach alles vegetarisch: Sushi, Burger, sogar Hot Dogs. In einer Woche habe ich viermal Falafel gegessen. Wer mich kennt, weiß, dass ich Falafel liebe und ich war soo glücklich endlich mal wieder welche zu essen, auch wenn sie nicht so lecker waren, wie zuhause 😀

Als wir im centro waren, war ich schon ein wenig geschockt. Cali ist die drittgrößte Stadt Kolumbiens mit 2,5 Millionen Einwohner. Pauline, Ronja und ich fallen mit unseren hellen Augen und Haaren ein wenig auf in Kolumbien. Aber noch nie wurde ich in meinem Leben so angestarrt 😮 Teilweise war das wirklich unangenehm und man kam sich vor, wie ein Alien.
In Tunja fühle ich mich wirklich sicherer. Natürlich gucken die Menschen dort manchmal auch, aber ich dachte in so einer großen Stadt, wie Cali gibt es schon mehr Tourismus und die Kolumbianer sind Touristen ein wenig gewöhnt.

Hier ein paar Fotos vom centro:

Im centro gab es auch viele Läden und Stände. Dort waren aber unheimlich viele Menschen und man konnte es kaum genießen dort durchzulaufen.

Am nächsten Tag waren wir im Zoo von Cali.
Auf unserem einstündigen Fußweg sind wir am parque de gato (Katzenpark) vorbeikommen. Erst konnten wir uns darunter nicht wirklich etwas vorstellen, aber es ist einfach ein kleiner Weg, den man neben dem río läuft mit Katzenfiguren.

Die Calinen sind sehr stolz auf ihren Zoo, denn so etwas gibt es nicht in jeder Stadt. Der hat uns wirklich gut gefallen, auch wenn es nicht sooo besonders ist. Es ist halt ein normaler Zoo mit Tieren; affen, Flamingos, Erdmännchen, Otter…
Was mir aber gut gefällt, dass die Tiere unter natürlichen Bedingungen leben und nicht so wie Eisbären, Giraffen und Elefanten im Berliner Zoo bei 20 Grad Celsius, was entweder zu kalt oder zu warm ist.
Giraffen und Elefanten gab es übrigens nicht. Vielleicht, weil der Import von Afrika schwieriger ist.

Am Freitag haben wir einen Ausflug zu einem Wasserfall gemacht. Das war eine Tour mit einer Frau als Guide und einer anderen Frau aus England. Zuerst sind wir hingewandert und dann konnten wir zwei Stunden lang gegen den Wasserstrom laufen bzw. klettern und haben zum Glück auch Wasserschuhe bekommen.

Ronja ging es die ganze Woche in Cali nicht so gut und deshalb ist sie nicht mitgeklettert.
Einmal haben Pauline, Patricia und ich uns alle drei hintereinander auf den glatten Steinen hingepackt und es gab einige Schrammen. Aber es war ein lustiges Erlebnis.

Ansonsten haben wir uns noch einige Dinge angeguckt und sind durch die Stadt gelaufen. Beispielsweise haben wir cholado probiert (Frucht-/Eisbecher mit Slushieis unten und arequipe y salsa de mora).
Gleich neben unserem Hostel gab es einen großen Park, wo immer viel los war. Dort hatten wir einen schönen Überblick über die Skyline von Cali:

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Ein wichtiger Teil, der zu Cali gehört, ist das Feierngehen.
Cali ist die Hauptstadt des Salsa und das mussten wir natürlich testen!

Jeden Donnerstag gibt es in der Nähe von unserem Hostel auf einem kleinen plaza eine Veranstaltung, bei der sich viele Kolumbianer, aber auch Ausländer treffen, um Salsa zu tanzen. Ich habe leider keine Fotos, denn bei dem Gedrängel wollten wir nicht unsere Handys mitnehmen.
In diesem Moment, als ich die Menschen auf dem Platz sich so frei bewegen gesehen habe, habe ich wieder gemerkt, wie unterschiedlich die Mentalität in Kolumbien und Deutschland ist. Ich denke, dass viele Menschen in Deutschland sich nicht so frei bewegen würden. Ich persönlich bin auch zu verklemmt, um einfach loszutanzen, aber das ist hier wirklich bei vielen anders. Es interessiert niemanden, wie man beim Tanzen aussieht, denn es geht einfach darum Spaß zu haben.

An dem Abend haben wir zwei deutsche Freiwillige kennengelernt, die in Cali arbeiten mit einer anderen deutschen Organisation, aber auch dem Träger weltwärts. Mal wieder haben wir festgestellt, wie viel Glück und auch Freizeit wir mit Volunta und vor allem 180 R&B haben!
Mit den beiden sind Pauline und ich am Freitag feiern gegangen. Ich habe festgestellt, dass ich nicht besonders gut Salsa tanzen kann. Den Grundschritt kriege ich noch hin, aber wenn der Tanzpartner anfängt, mich in Drehungen hin- und herzuwerfen, dann hört es bei mir auf 😀
Was ich merkwürdig fand (nicht negativ gemeint, sondern einfach anders), dass die Tanzfläche bzw. der Club sehr klein war und davor auf einem Platz ca. 100 Leute saßen und cerveza o aguardiente getrunken oder sich unterhalten haben. Getanzt hat man nur, wenn man von jemandem dazu aufgefordert wurde. So kam es, dass ich, aber überwiegend Pauline mit dem Besitzer des Clubs Salsa getanzt hat, der schon mindestens 75 Jahre alt war 😀 Also sehr witzig.

Wenn man in Tunja feiern geht (es gibt ungefähr vier verschiedene Clubs, wo man hingehen kann), werden immer verschiedene Sachen gespielt, aber hauptsächlich reggaeton. Das ist eine Musikrichtung aus Lateinamerika, die sich langsam auch in Deutschland durchsetzt. Dazu kann man freier tanzen.
Dort, wo wir waren, hat man nur, wirklich NUR, Salsa getanzt und damit habe ich mich ein wenig schwer getan 😀
Am Montag waren wir in einem anderen Club und dort hat es dann auch schon ein bisschen besser geklappt, aber ich denke nicht, dass Salsa mal meine Leidenschaft wird.

Cali ist also eine schöne Stadt in Kolumbien, die mir von der Atmosphäre her sehr gut gefallen hat.

Weisheit des Tages: Kolumbianer tanzen besser, als die meisten Deutschen :p

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